Helpenstein aus der Sicht eines Zugezogenen

An einem trüben Tag im Mai wusste ich nichts so Richtiges mit mir anzufangen. Rosi kannte ich noch nicht, sonst wäre mir vielleicht etwas eingefallen. Also holte ich mein Fahrrad aus der Garage und fuhr, ohne ein bestimmtes Ziel vor Augen zu haben, von Norf, wo ich wohnte, über Erfttal und Selikum Richtung Reuschenberg.

Die Gegend war mir nicht gut bekannt. Um den Linksbogen irgendwann vollzukriegen, strampelte ich die B477 in Richtung Süden. Anstatt zur Eppinghover Mühle abzubiegen, befuhr ich die Bundesstraße. Rechts durch die Leitplanken eingeengt, kam ich in arge Bedrängnis, als mich Fahrzeuge überholten, die mir aufgrund des Gegenverkehrs fast die Pedale abfuhren. “Scheiß Gegend³, dachte ich laut vor mich hin. Gott sei Dank hatte ich die unangenehme Stelle schnell überwunden und radelte einigermaßen unbehelligt die B477 auf Speck zu. Als ich an die Abzweigung nach Helpenstein kam, schweifte mein Blick dorthin und ich entschloss mich spontan, nach Helpenstein zu fahren. Zwei bis drei Minuten später, am anderen Ende von Helpenstein angelangt, überlegte ich, ob das wohl alles gewesen war. Aber gerade die Kompaktheit und Aufgeräumtheit dieses Dorfes zog mich sofort in seinen Bann und veranlasste mich in Gegenrichtung nochmals durch das Dorf zu fahren. Diesmal ließ ich mir mehr Zeit, schaute mir die Häuser und Vorgärten genauer an und dachte im Stillen, dass ich hier wohl auch gerne wohnen würde. – Das war´s zunächst. Einige Jährchen später, zwischenzeitlich war Rosi in mein Leben getreten, wir waren innerhalb Norfs umgezogen, Christian, den wir noch nicht kannten, war unterwegs, suchten wir wieder eine neue Wohnung. Bei Nissan, wo ich damals arbeitete, wurde eine Wohnung angeboten: “Helpenstein, Harbernusstr. 8, 3 Zi., Kü., Die., Bad, Garten³. Als ich das las, sagte mir die Ortsbezeichnung zunächst gar nichts. Erst als ich im Neusser Stadtplan nachsah und mir die Gegend vor Augen führte, erinnerte ich mich an meine Radtour, bei welcher ich den ersten Kontakt zu Helpenstein hatte. Ich holte Rosi 3 Tage vor Christians Geburt per Sondergenehmigung aus dem Lukaskrankenhaus, wir schauten uns die Wohnung an und mieteten diese. Jetzt wohnen wir nunmehr seit 10 Jahren in Helpenstein und trauen uns, ein Resümee zu ziehen. Für unsere Vorstellung von Wohnen und Leben stellt Helpenstein schlichtweg den Idealfall dar. Dies lässt sich am besten darstellen, wenn man ein Jahr vor Augen hat und Revue passieren lässt: “Gehe Sylvester zur Knallerei auf die Straße und du triffst Nachbarn, die dir zuprosten, Glück wünschen und mit dir Neujahr feiern. Nach einigen Minuten wanken die “Minkeler³ ein und auch aus der weiteren Nachbarschaft gesellen sich Freunde dazu und man überbietet sich gegenseitig, die unterschiedlichsten Sekt- und Schampusmarken zusammenzuschütten. Der Kopf dokumentiert das Ergebnis bis in die Mittagsstunden hinein.³ “Feiere Karneval im Zelt und du wirst feststellen, dass die Kinder keine Großstadt brauchen um sich wohlzufühlen.³ “Lass dich Sonntagsmorgens von der Mai- oder Junisonne wecken, setz dich in deinen Garten und dich wird es nicht stören, dass gerade jetzt ein Trecker das Feld umpflügt³. “Gehe an einem heißen Sommerwochenende barfuss, nur mit T-Shirt und Shorts bekleidet mit deinen Kindern zur Erftbrücke und lass Schiffchen an der Leine schwimmen und du weißt gar nicht warum du Urlaub in einem anderen Teil der Welt gebucht hast. Feiere Kirmes mit dem Dorf, biete dich an und du wirst irgendwann feststellen, dass du dazugehörst. Lade dir 30 Leute zu einer Fete ein und weise deine Nachbarn darauf hin, dass es wohl laut werden wird. Sie werden dich erst erstaunt anschauen, dich fragen, warum du das überhaupt erwähnst und bestenfalls mitfeiern. Klingle beim Präsidenten zu jeder beliebigen Tages- und Nachtzeit und er wird dir, bekleidet mit falsch zugeknöpftem Oberhemd und Unterhose freundlich öffnen und fragen: “Watt hässe? Gehe abends, wenn du deinen eigenen Garten satt bist, zu Andi in den Biergarten und du brauchst keine Düsseldorfer Altstadt³. “Frage einen Helpensteiner Altbürger ob er dir einen Schraubenschlüssel leiht und du bist kurze Zeit später Besitzer eines kompletten Schlüsselsatzes von 7-37³. “Setze ein Oktoberfest an und du mobilisierst 400 von 300 Einwohnern. (Da müssen sich wohl einige Specker und Wehler dazugesellt haben)³. “Spaziere in der Adventszeit abends durch das Dorf und du wirst feststellen, wie wichtig es den Bewohnern ist, Licht in die dunkle Jahreszeit zu bringen und das Dorf stimmungsvoll erstrahlen zu lassen³. Das alles und einiges mehr macht für uns die Lebensqualität in Helpenstein aus. Wenn Rosi und ich gefragt werden wo wir beheimatet sind, bleibt nur eine Antwort: “Unsere Heimat ist Duisburg und Kempten im Allgäu, unser Zuhause jedoch ist Helpenstein³.

Jakob und Rosi Walter


Helpenstein

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